Kaddo: Zwischen Gaming-Challenges, IRL und Social Media für Brands

Hinter Kaddo steckt eine Person mit einem bunten Lebenslauf. Von einer leblosen Kleinstadt mit Underground Battlerap Turnieren bis zur Unternehmerin nach Wien. Kaddo zeigt klar, dass der Lebenslauf als Creator nicht gradlinig verläuft.

Ein Weg voller Brüche und Neuanfänge

Kaddo, geboren 1997, wuchs in St. Pölten in Niederösterreich auf. Eine Stadt, die sie rückblickend als sehr ruhig und menschenleer beschreibt. Ihr Weg war alles andere als geradlinig: Schwere Depressionen in der Jugend und familiäre Probleme führten dazu, dass sie die Schule mehrfach abbrach. Sie wechselte vom Gymnasium in eine Poli Schulklasse. Versuchte sich vier Jahre an einer Modeschule. Startete eine Lehre zur Mediendesignerin, die sie bereits nach kurzer Zeit abgebrochen hat. Sie volendete eine praktische Ausbildung im Bereich Audiotechnik und wollte trotzdem mehr lernen und tiefer in den Videobereich einsteigen.

Trotz dieser Rückschläge bewies sie einen langen Atem: Sie holte die nötigen Qualifikationen nach, bestand die Aufnahmeprüfung für ein Studium und schloss schließlich sowohl einen Bachelor als auch einen Master in Digitaler Medienproduktion ab. Gerade zu Beginn war Kaddo nicht an die Sprache der Univerität gewöhnt, da sie aus einem bürgerlichen Haushalt stammt. Der akademische Hintergrund bildet heute das Fundament für ihre professionelle Arbeit als selbstständige Social Media & Kommunikationsmanagerin für unterschiedliche Brands.

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Von Rap-Battles zum Gaming

Bevor Kaddo livestreaming auf Twitch für sich entdeckt hat, experimentierte sie in völlig anderen Bereichen:

  • Ihre ersten Schritte mit Bewegtbild machte sie mit einer Freundin, mit der sie gemeinsam Cringe-Videos erstellte.

  • Die Battle-Rap-Phase: Unter dem Pseudonym „Kat Reshade“ trat sie mit Maske in Rap-Battles an. Nach dem Battle-Rap hat sie ebenfalls Tracks auf englisch geschrieben und veröffentlicht. Rap diente ihr lange Zeit als Ventil, um ihre Gefühle und Gedanken zu verarbeiten.

  • Der Wechsel zum Streaming: Der Start auf Twitch war technisch holprig. Kaddo erinnert sich lachend daran, dass sie anfangs versuchte, über instabiles WLAN zu streamen. Auch die Überwindung, das eigene Gesicht ständig auf dem Monitor zu sehen und die eigene Stimme zu hören, war ein Prozess, den sie erst meistern musste. Ihre Anfänge auf Twitch

Was macht Kaddo?

Neben ihren Inhalten erstellt Kaddo Social Media Content für Brands. Als Selbstständige übernimmt sie dabei den gesamten Produktionsprozess. Sie konzipiert Inhalte, dreht & schneidet was die Brands möchten. Dabei fällt es ihr leicht für Brands kreative Ideen zu planen und umzusetzen. Für ihre eigenen Inhalte fällt es ihr deutlich schwerer.

Besonders YouTube sieht sie als „Königsdisziplin“. Hier setzt sie auf Gaming-Challenges. Sie setzt sich ein Ziel und nimmt ihre Livestreams als Aufnahme. Dabei betont sie, dass sie keine High-End-Profi-Gamerin ist; der Unterhaltungswert entsteht durch die Herausforderung an sich und den Humor, mit dem sie ihr eigenes Scheitern begleitet.

Realismus statt Fassade

Kaddo legt Wert auf Authentizität. Obwohl sie Österreicherin ist, spricht sie in ihren Videos Hochdeutsch – nicht als Verstellung, sondern weil dies ihre natürliche Alltagssprache ist, mit der sie aufgewachsen ist. Teilweise hatte sie sogar Probleme ihr Umfeld zu verstehen, wenn sie Dialekt gesprochen haben. Für sie ist es wichtig, sich nicht in eine künstliche Rolle zu drängen.

Ihre Strategie für Wachstum ist dabei sehr pragmatisch: Wer neu anfängt, muss Content für die Zuschauer machen, nicht über sich selbst. Schließlich interessiert sich niemand für die eigene person. Die Leute müssen einen erst kennenlernen. Erst wenn eine Bindung zur Community besteht, interessieren sich die Leute für die Person hinter der Kamera und private Details.

Fazit

Kaddos Geschichte ist die einer Macherin. Sie hat die „Geisterstadt“ St. Pölten hinter sich gelassen, wohnt heute in Wien und jongliert erfolgreich zwischen ihrer Rolle als Unterhalterin und ihrer Arbeit als Social Media Producerin. Ihr Werdegang zeigt, dass Scheitern in der Schule nicht das Ende bedeutet, sondern oft nur der Anlauf für einen ganz eigenen, erfolgreichen Weg ist.

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