TuulatheCat: Von der Kulturgeographin zur Expertin für Soft Horror

TuulatheCat, mit bürgerlichem Namen Corinna, ist eine deutsche Live-Streamerin und Content-Creatorin aus Nürnberg. Seit 2021 ist sie auf der Plattform Twitch aktiv und hat sich mittlerweile treue Community aufgebaut. Bekanntheit erlangte sie vor allem durch ihre Spezialisierung auf das Genre des „Soft Horror“, in dem sie Titel wie Phasmophobia auf eine analytische und interaktive Weise präsentiert. Auf ihrem Weg hat sie ein Master Studium abgeschlossen und in unterschiedlichsten Positionen gearbeitet.

Akademischer Hintergrund und berufliche Findungsphase

Der Werdegang von TuulatheCat Werdegang begann klassisch mit einem Abitur in Bayern, das sie mit einem Schnitt von 2,1 abschloss. Es folgte ein Studium der Kulturgeographie, das sie erfolgreich mit einem Mastertitel beendete. Während dieser Zeit verdiente sie sich ihren Lebensunterhalt mit typischen Studentenjobs: Sie lieferte Zeitungen aus und arbeitete zeitweise bei McDonald’s. Trotz Praktika und etwas Berufserfahrung gestaltete sich der Berufseinstieg sehr schwer.

Ihre erste Station nach dem Studium führte sie schlussendlich über eine Zeitarbeitsfirma zum Sportartikelhersteller Adidas. Hier verwaltete sie im Bereich „Corporate Real Estate“ eine Datenbank. Nach dem Ende dieses Arbeitsverhältnisses und bedingt durch die einsetzende Corona-Pandemie folgte eine Phase der beruflichen und persönlichen Neuorientierung. TuulatheCat nutzte diese Zeit bewusst, um sich um ihre psychische Gesundheit zu kümmern und herauszufinden, in welche Richtung ihr Leben führen sollte. In der Folgezeit sammelte sie Erfahrungen in verschiedenen Marketing-Rollen, vom Dialogmarketing bis hin zur Social Media Managerin, wobei sie sich autodidaktisch Fähigkeiten im Videoschnitt aneignete.

Die Anfänge in der Content Creation: Pokémon Go

Schon vor ihrer aktiven Zeit als Streamerin experimentierte TuulatheCat mit digitalem Content auf Instagram. Um das Jahr 2018 begann sie mit Augmented Reality (AR) Fotografie im Spiel Pokémon Go. Unter dem Namen „Art Family“ vernetzte sie sich international mit Gleichgesinnten, um Pokémon künstlerisch in Alltagssituationen in Szene zu setzen. Diese frühe Phase war für sie der Einstieg in die Welt des Networkings und des kreativen Schaffens im Netz.

Der Weg zum „Soft Horror“

Der Startschuss fürs Livestreaming auf Twitch entdeckte TuulatheCat eher zufällig während der Lockdown-Phase. Ursprünglich als einmaliger „Halloween-Gag“ im Jahr 2021 geplant, entdeckte Sie ihre Leidenschaft für das Geisterjäger-Spiel Phasmophobia. Dies ist insofern bemerkenswert, als sie privat bis heute keine Horrorfilme schaut und anfangs unter großem Stress in Horrorspielen litt.

Sie etablierte für sich den Begriff „Soft Horror“. Damit beschreibt sie Spiele, die für Horror-Profis zwar leicht wirken, für Einsteiger oder schreckhafte Menschen aber eine echte Herausforderung darstellen. Was sie an Titeln wie Phasmophobia fasziniert, ist weniger der Gruselmoment an sich, sondern der komplexe Rätselaspekt. Die Möglichkeit, durch genaues Beobachten von Mechaniken und Verhaltensweisen der Geister logische Schlüsse zu ziehen, wurde für sie zum entscheidenden Motivationsfaktor.

Philosophie und Werte als Creatorin

Für TuulatheCat ist Authentizität der Kern ihrer Arbeit. Sie vertritt die klare Meinung, dass man zu seinen „nerdigen“ Hobbys stehen sollte, anstatt sie zu verstecken. In ihrem Umfeld stieß sie damit auf positive Resonanz, wobei sie betont, dass wahre Unterstützung durch Freunde nicht zwangsläufig aus „Likes“ besteht, sondern aus dem Respekt für die Leidenschaft des anderen. Ein zentrales Motto, das sie auch im Interview betont, ist die Begegnung auf Augenhöhe: „Jeder verdient Respekt. Man muss sich nicht erst verdienen, aber man kann einen verdammt schnell verlieren“.

TuulatheCat befindet sich jedoch aktuell an einem spannenden Punkt bei dem die Möglichkeit besteht Vollzeit als Creator zu arbeiten. Diesen Schritt geht sie jedoch final erst, wenn die Einnahmen weiter breiter gestreut sind und es nicht direkt von Geldern der Community abhängig ist.

Interaktion und Community-Management

Um langjährige Titel wie Phasmophobia für sich und ihre Zuschauer aktuell zu halten, setzt TuulatheCat auf extreme Interaktivität. Sie nutzt das Gameplay als Bühne für die Community: Durch Kanalpunkte oder spezielle Herausforderungen (Challenges) können Zuschauer aktiv in das Spielgeschehen eingreifen. Dies reicht vom Entzug der virtuellen Brille bis hin zu komplizierten Aufgaben wie der „Zehn-Minuten-Speedrun-Challenge“. Für sie ist dieser Austausch essenziell, um den repetitiven Charakter vieler Spiele zu durchbrechen und einen echten Mehrwert für ihr Publikum zu schaffen. Die Challenges lädt sie im Anschluss an die Streams auch regelmäßig auf YouTube hoch.

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